Um eine qualitativ, hochwertige Behandlung Ihres  Lymphödems gewährleisten zu können, sollte die Praxis Ihrer Wahl bestimmte Voraussetzungen erfüllen.

 

Vergewissern Sie sich, dass der Therapeut die notwendige Ausbildung und Zertifizierung "Manuelle Lymphdrainage/Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE)" besitzt. Scheuen Sie sich nicht, sich eine Kopie des Zertifikates zeigen zu lassen.

 

Achten Sie auf die Einhaltung, der auf der Verordnung vorgegeben Zeiten. 

o   MLD 30 = 30 minütige Behandlung

o   MLD 45 = 45 minütige Behandlung

o   MLD 60 = 60 minütige Behandlung

 

Werden alle Elemente der KPE (Manuelle Lymphdrainage, Hautpflege, Lymphologische Kompressionsverbände, Bewegungsübungen) in der Praxis angeboten und durchgeführt?

 

Achten Sie auf den richtigen Aufbau der Lymphdrainage. Eine Manuelle Lymphdrainage wird NICHT nur im betroffenen Gebiet durchgeführt. Die Vorbehandlung der abführenden Lymphgefäße ist unverzichtbar. Ein Beispiel: Befindet sich Ihr Lymphödem in beiden Beinen, so beginnt die Behandlung NICHT an den Beinen sondern am Hals, bzw. an den sog. Venenwinkeln am Schlüsselbein. Erst von hier aus arbeitet sich der Therapeut über den Bauch und die Leisten, langsam zu den Beinen vor. 

 

Erstellt der Therapeut eine Dokumentation? Bei der ersten Behandlung sollte der Therapeut einen Befundbogen ausfüllen, eine Umfangmessung durchführen und mit einer Fotodokumentation beginnen. Dies ist für einen Verlaufsnachweis des Lymphödems wichtig.

 

Informieren Sie sich wie viele Therapeuten in der Praxis die Lymphdrainage durchführen dürfen. Günstig ist es wenn mindestens zwei Therapeuten dies erfüllen. So ist Ihre Therapie auch im Urlaub oder bei Krankheit eines Therapeuten gewährleistet.

 

Wenn die Praxis Ihrer Wahl diese Punkte erfüllt, ist eine qualitativ, hochwertige Behandlung wahrscheinlich.

  

Als Mitglied des Lymphnetzes Region Aachen e.V., halten wir uns an die Aufnahmekriterien des Vereines.

 

Für Physiotherapeuten, die einen Antrag auf Aufnahme in das Lymphnetz stellen, gelten folgende Voraussetzungen (Aufnahmekriterien):

-         Der Antragsteller sollte die bestehenden Leitlinien der Fachgesellschaft zur kombinierten physikalischen Entstauungstherapie kennen.

-         Eine KPE Ausbildung und die entsprechende korrekte Ausführung ist Voraussetzung.

-         Die antragstellende Praxis verpflichtet sich durch die eigenen Öffnungszeiten oder eine Kooperation zu Netzwerkpartnern eine lückenlose Therapie des Patienten zu garantieren.

-         Dem Pat. muss eine Therapie an mindestens 5 Tagen in der Woche ermöglicht werden.

-         Eine ganzjährige Öffnung der Praxis muss gewährleistet sein oder eine Kooperation zu Netzwerkpartnern garantiert eine lückenlose Therapie des Patienten.

-         Eine Behandlung im Hause des Patienten muss gegebenenfalls sichergestellt werden.

-         Jeder Mitarbeiter der Praxis sollte mindestens eine insgesamt 18-stündige lymphologische Fortbildung alle 3 Jahren nachweisen (zum Beispiel durch Fortbildungen innerhalb des Lymphnetzwerkes). Praxisinterne Schulungen werden nicht angerechnet.

-         Der Antragsteller verpflichtet sich die vorgegebenen Zeiten einzuhalten, die Dokumentation durchzuführen